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Damit Sie mit Ihrem Computer, der externen Festplatte und dem USB-Stick unbesorgt arbeiten können, müssen Sie sich natürlich eine funktionierende Backup-Routine einrichten. Dass es auch sinnvoll ist, die eigenen Daten auf dem eigenen Computer vor unberechtigten Zugriffen zu verschliessen, merken viele Computernutzer leider erst, nachdem es zu spät ist. Das Backup der eigenen Daten schützt vor Datenverlust, wenn nach einem Wasserschaden die Festplatte nicht mehr anspringt. Auch wenn der Computer geklaut wird, können die Daten aus dem Backup wieder hergestellt werden. Wenn die Daten aber unverschlüsselt auf der Festplatte liegen, könnten die Hardware-Diebe damit schlimmstenfalls eine Menge Unfug anrichten oder sogar zusätzlich am Verkauf, dem Missbrauch der Daten verdienen. Vielzuoft sind die Datendiebe im öffentlichen Auftrag unterwegs und beschlagnahmen einfach alle Geräte, die in der Nähe eines potentiellen Tatorts unterwegs sind. Und wer sich heutzutage mit Stick, Festplatte oder Notebook auf Reisen begibt, muss damit rechnen, dass die Datenträger beim Grenzübertritt kurzerhand kopiert werden. Keine Probleme hat, wer sich vorsieht und die eigenen Daten grundsätzlich verschlüsselt. Die Software dazu gibt es umsonst und nach kurzer Einlernzeit ist ein verschlüsselter Datencontainer erstellt, in dem Emails, Briefe, Rechnungen, Passwörter, private Fotos und mehr sicher abgelegt werden können.
Truecrypt installieren
Laden Sie sich das aktuelle Truecrypt herunter und installieren Sie es auf Ihrem Computer. Sie brauchen auf diesem Computer eine ADMIN-Berechtigung, damit Sie auf diesem Computer Truecrypt installieren dürfen. Das ist wichtig zu beachten, wenn Sie auf Reisen an Ihre Daten auf dem USB-Stick oder der portablen Festplatte rankommen wollen! Auf dem fremden Computer müssen Sie Truecrypt installieren und ohne Adminberechtigung (bsp. in einem Internetcafe mit strikter Benutzerverwaltung) klappt das nicht – in den meisten Fällen bekommen Sie die Genehmigung durch freundliches Nachfragen.
Aktuelles Truecypt downloaden (es gibt Versionen für Windows, Mac und Linux)
Nachdem Truecrypt installiert ist, rufen Sie es auf und erstellen einen verschlüsselten Datencontainer. Dazu legen Sie erst einmal ein “Standard-Truecrypt-Volume” an, eine Datei wie jede andere, die kopiert und verschoben werden kann. Online gibt es bereits einige Anleitungen, die bei der Installation von Truecrypt und den ersten Schritten weiterhelfen:
Anleitung: mit Truecrypt verschlüsseln
Datencontainer anlegen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zum Einsatz von Truecrypt: eine verschlüsselte Standard-Datei (ein “Standard-Truecrypt-Volume”) anlegen ist die einfachste und meistverwendete Methode, die Sie ausprobieren und ausgiebig testen sollten, bevor Sie wichtige Daten in einem solchen Container verschliessen. Nur zur Information ist es interessant zu wissen, dass Truecrypt auch versteckte Dateien anlegen kann, die vom Betriebssystem nicht mehr gefunden werden. Ausserdem kann eine komplette Festplatte verschlüsselt werden, was als besonders sicher gilt, aber den Nachteil hat, dass die Daten dann nicht mehr portabel sind.
Nach der Einrichtunng des Datencontainers müssen Sie diesen öffnen, um Daten dort unterzubringen. Dazu starten Sie Truecrypt, wählen MOUNT und DATEI / FILE, weisen der Datei einen Laufwerksbuchstaben zu und öffnen den Datencontainer. Nach der Eingabe Ihrer Passphrase wird der Inhalt des Containers unter dem gewählten Laufwerksbuchstaben angezeigt. Beispielsweise liegt der verschlüsselte Datencontainer als Datei “geheim.tc” im Verzeichnis “D:\privat”. Nach dem Mounten und der Zuweisung des Laufwerksbuchstaben “Z:\” finden Sie den Inhalt des verschlüsselten Datencontainers im Festplattenverzeichnis “Z:\” und können mit Ihren darin abgelegten Daten und Programmen wie auf jedem Laufwerk arbeiten.
Wichtig bei der Verwendung von Truecrypt ist das UNMOUNTEN der Datei, bevor Sie Truecrypt schliessen. Es macht in der Regel nichts aus, wenn Sie bei laufendem Truecrypt einfach den Computer ausschalten, in manchen Fällen gehen dadurch aber Daten verloren. Um das zu vermeiden, unmounten und verschliessen Sie dadurch den Datencontainer nach getaner Arbeit.
Passwörter kreativ gestalten
Unabhängig von der Benutzung des Programms sollten Sie sich zusätzlich mit dem Erstellen von sicheren Passwörtern beschäftigen. Beim Einsatz von Truecrypt werden Passwörter mit einer Mindestlänge von wenigstens 21 Zeichen empfohlen. Zum Testen und Einsteigen reichen natürlich kürzere Passwörter. Da Truecrypt voraussichtlich sensible Daten aller Art, inklusive Passwörter für Online-Accounts und Bankkonten enthalten wird, sollten Sie das Truecrypt-Passwort als eine Art Masterpasswort behandeln und entsprechend sorgfältig planen. Eine Passphrase, ein “Passsatz” statt nur einem Passwort ist dafür empfehlenswert, kreativ gemischt mit Zahlen. Beispielsweise: “Sysiphos hatte keine Lust mehr” mit Zahlen vermischt, die Sie sich leicht merken können, ergibt eine mögliche Passphrase der Form: “Sysiphos23hatte66keine99Lust00mehr”. Eine solche Passphrase ist leicht zu merken und reicht zur Verschlüsselung für Otto Normalmensch aus. Wer schlimmes befürchtet und alle Mächte dieser Welt gegen sich hat, sollte das Passwort noch komplexer machen. Aus den Anfangsbuchstaben eines beliebigen Satzes erstellen Sie eine Passphrase, die garantiert in keinem Wörterbuch vorkommt: “Irgendwann hatte Sysiphos keine Lust mehr, diesen Stein wieder und wieder den Berg hinaufzurollen und wurde Mitglied in der Gewerkschaft Bau Steine Erden” ergibt “IhSkLmdSwuwdBhuwMidGBSE”. Das lässt sich natürlich ebenfalls mit Zahlen würzen. Durch die Verwendung von Sonderzeichen wird eine solche Passphrase eine weitere Stufe komplexer! Allerdings bergen Sonderzeichen die Unsicherheit, dass Sie nicht auf jedem Computer zur Verfügung stehen oder erst mühsam installiert werden müssen, was aber in den meisten Fällen kein Problem sein wird.
2 Kommentare
Der Artikel ist kurz und verständlich geschrieben.
Es ist allerdings bedenklich, dass man einen Journalisten auf die Rechtschreibung hinweisen muss. Fall Sie kein Schweizer sind, ergeht die Frage nach dem “ß” – Ignoranz oder Faulheit?
Nicht ich, sondern die Sonderzeichen stehen nicht auf jedem Computer zur Verfügung (das Wort “sie” schreibt man mit kleinem Anfangsbuchstaben).
Vor und nach dem Schrägstrich gehört grundsätzlich kein Leerzeichen gesetzt.
Lieber Kritiker,
vielen Dank für Deinen Kommentar, Deine anerkennende Bemerkung und Deine Kritik.
Ich will gerne kurz drauf eingehen und meinen Schreibstil erklären: viele Jahre Emails schreiben und online posten haben mich gelehrt, daß meistens doch noch irgendein Server aus den USA oder mit einem anders konfigurierten Sprachcode sonstwo zwischen mir und dem Veröffentlichungsziel meine deutschen Sonderzeichen in Datensalat verwandelt. Und so habe ich mir ß und ä und ö und ü schlicht abgewöhnt und vermisse sie eigentlich gar nicht – komme gut mit ss und ae und oe und ue zurecht, weil ich sicher bin, dass ich auf der anderen Seite der Leitung auch verstanden werde.
Und das “grosse Sie” in meinen Artikeln (und Emails und Briefen) – ist anscheinend meine ureigene Höflichkeitsform beim Schreiben. Steht das nicht so im Duden? Könnte es sein, dass ich sogar ein bisschen kreativ bin und meinen eigenen Umgang mit der Sprache, mit der ich lebe, pflege? Falls es so aussieht, als haette ich (manchmal) Spass mit Sprache, dann taeuscht dieser Eindruck nicht!;-)))
Aber zurück zum eigentlichen Anlaß Deines Kommentars: ich würde mich sehr freuen, wenn mein Artikel über Truecrypt anderen Computer- und Internetnutzern dabei hilft, ihre persoenlichen Daten sicher zu verwahren. Kommentare wie dieser geben mir ein bisschen Feedback und tragen bestenfalls sogar dazu bei, den Artikel zu verbessern und leserlicher zu machen.
Deshalb freue ich mich ueber mehr Kommentare, Frieder
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